Naturstromspeicher - 06.11.2017
Mit einer Nabenhöhe von 178 Metern und einer Gesamthöhe von 246,5 Metern steht im deutschen Gaildorf nahe Stuttgart die höchste Onshore-Windkraftanlage der Welt.

Mit jedem Meter Nabenhöhe, den eine Windenergieanlage gewinnt, steigt der jährliche Stromertrag um 0,5 bis 1 Prozent. Foto: Max Bögl Wind AG

Der Höhenrekord der Anlage auf dem Höhenzug der Limpurger Bergen sei auch dank des dort eingesetzten natürlichen Wasserspeichers möglich, informiert die Max Bögl Wind AG, die die Windkraftanlage gebaut hat. Mit einem neuen Speicherkonzept, das die Turmfundamente der Windanlagen als Wasserspeicher nutzt, werden 40 Meter Höhe gewonnen, so das Unternehmen: „Weniger Windturbulenzen und eine deutlich bessere Windausbeute sprechen für hohe Nabenhöhen, gerade an windschwächeren Binnenlandstandorten.“

Die Turmfundamente der Windanlagen in Gaildorf sind Wasserspeicher mit einer Speicherleistung von 70 Megawattstunden. Rohrleitungen verbinden sie mit einem Wasserkraftwerk und dem dazugehörigen Unterbecken 200 Meter tiefer im Tal. Die Wasserbatterie – beim Pilotprojekt Gaildorf auch Naturstromspeicher genannt – kann überschüssigen Strom aus dem Stromnetz aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Sie dient als Kurzzeitspeicher und soll so dazu beitragen, das Stromnetz stabil zu halten und eine kontinuierliche und lückenlose Versorgung zu gewährleisten. Das Pumpspeicherwerk könne laut der Max Bögl Wind AG innerhalb von 30 Sekunden zwischen Produktion und Speichern wechseln.

Das Rekord-Windrad gehört zu einem Windpark bestehend aus insgesamt vier Windrädern mit Nabenhöhen von 155 bis 178 Metern. Ausgestattet mit 3,4 MW-Anlagen sollen sie ab Frühjahr 2018 grünen Strom ins deutsche Stromnetz einspeisen.

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