Emissionsfrei - 08.06.2017
Die Yacht “Race for Water” hatte bei ihrer Atlantiküberquerung erstmals einen speziell entwickelten Zugdrachen-Windantrieb in Verwendung.

Die „Race for Water“ nutzt ausschließlich Energie, die an Bord mit Hilfe erneuerbarer Energiequellen selbst erzeugt wird. Foto: Sky Sails

Im April startete der 35 Meter lange Katamaran eine auf 5 Jahre angelegte Forschungs- und Aufklärungsreise um die Welt. Startpunkt der Atlantiküberquerung war dabei das französische Lorient, Zielhafen Caroline Bay auf Bermuda. Die „Race for Water“ hatte bereits 2010 unter ihrem vorherigen Namen „Planet Solar“ die Welt ausschließlich mit Hilfe von Solarenergie umrundet, heute ist der Katamaran zusätzlich mit einem Wasserstoff-Energiespeichersystem von Swiss Hydrogen und einem Zugdrachenantrieb von SkySails Yacht ausgerüstet.

Der Antrieb besteht aus einem Drachen mit einer darunter befindlichen Steuergondel, die über ein High-Tech Kunstfaserseil mit der Yacht verbunden ist, informiert die SkySails Yacht aus Hamburg auf ihrer Homepage. Die Steuergondel lenke dabei, ähnlich wie der Pilot eines Gleitschirms, den Drachen, heißt es weiter. Die Befehle erteilt ein in der Gondel befindlicher Autopilot, der das gesamte System steuert. Gestartet und gelandet wird der Drachen mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung, die sich auf und unter dem Deck der Yacht befindet.

Der Drachen fliegt in Höhen von 100 bis 150 Metern, wo stärkere und stetigere Winde als in Bodennähe herrschen. Darüber hinaus wird der Zugdrachen vom Autopilot permanent in Form einer liegenden Acht dynamisch geflogen, um die Zugkraft zu erhöhen: Auf diese Weise generiere der SkySails-Yacht-Antrieb pro Quadratmeter bis zu 25 Mal mehr Leistung als ein herkömmlicher Segelantrieb. Bei gutem Wind beschleunige der nur 40m² große Drachen die 100 Tonnen schwere „Race for Water“ auf acht Knoten, etwa 15 Stundenkilometer.

Noch schneller geht es, wenn der Elektroantrieb zugeschaltet wird: „Motor, Elektronik und elektrische Geräte an Bord des Katamarans erhalten ihren Strom aus Solarzellen, die auf einer Fläche von 500 Quadratmetern nahezu das ganze Schiff bedecken“, schreibt das Magazin „Trends der Zukunft“ online. Ein Teil der Energie werde zur Entsalzung von Meerwasser genutzt, ein anderer versorge einen Elektrolyseur, der Wasserstoff herstellt. Dieser werde in sonnenwarmen Zeiten in einer Brennstoffzelle wieder in elektrische Energie umgewandelt, wenn die ebenfalls an Bord befindlichen Pufferbatterien leer sind.

Auf Bermuda, dem ersten Zwischenstopp der Reise, ist die „Race for Water“ zu Gast beim America’s Cup. „Diese Reise wird verdeutlichen, dass sowohl konkrete Lösungen zum Schutz der Ozeane als auch zur Umsetzung der Energiewende existieren, die gleichzeitig umweltfreundlich, ökonomisch und sozial sind“, wird Marco Simeoni, Präsident der Race for Water-Stiftung, auf der Sky Sails Yacht-Homepage zitiert.

SkySails Yacht-Video

Bericht „Trends der Zukunft“

Webseite SkySails Yacht

Homepage Race for Water

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