Forschung - 30.05.2017
Mit dem Projekt „Underground Sun Conversion“ soll es erstmals möglich werden, Erdgas durch einen gezielt ausgelösten mikrobiologischen Prozess natürlich zu erzeugen und zu speichern.

Das Verfahren kopiert, wiederholt und verkürzt den natürlichen Prozess der Entstehung von Erdgas in der Forschungsanlage in Pilsbach azuf wenige Wochen. Foto: RAG

Die weltweit einzigartige Methode bildet den natürliche Entstehungsprozess von Erdgas nach, verkürzt diesen aber gleichzeitig um Millionen Jahre. Ziel des Projektes ist die Grundlagenerforschung, um in Zukunft große Mengen von erneuerbarem Erdgas produzieren und umweltfreundlich in natürlichen Lagerstätten speichern zu können: „Damit soll die dringend benötige Flexibilität im Umgang mit erneuerbaren Energieträgern geschaffen werden“, heißt es in einer Aussendung.

Geforscht wird in Pilsbach im Bezirk Vöcklabruck, wo aus Sonnen- oder Windenergie sowie Wasser in einer oberirdischen Anlage zunächst Wasserstoff erzeugt wird, der dann mit CO2 in die vorhandene (Poren)Erdgaslagerstätte eingebracht wird. In über 1.000 Metern Tiefe wandeln nun natürlich vorhandene Mikroorganismen diese Stoffe in relativ kurzer Zeit in erneuerbares Erdgas um, welches anschließend direkt in dieser Lagerstätte gespeichert, bei Bedarf jederzeit entnommen und über die vorhandenen Leitungsnetze zum Verbraucher transportiert werden kann.

„Underground Sun Conversion“ ist das Nachfolgeprojekt zum Pilsbacher Forschungsspeicher „Underground Sun Storage“, in dem Sonnen- und Windenergie auf Basis der „Power-to-Gas“-Technologie bereits erfolgreich in einer natürlichen unterirdischen Lagerstätte gespeichert wurden. „Unser weltweit einzigartiges Forschungsprojekt ist quasi ‚Erdgeschichte im Zeitraffer’ und hat großes Potenzial. Es ist CO2-neutral, löst unser großes Problem der Speicherbarkeit von erneuerbaren Energien und wir können bereits vorhandene Infrastruktur nutzen“, kommentiert Markus Mitteregger, Generaldirektor der Rohöl-Aufsuchungs-AG RAG, die das Projekt initiiert hat. „Die bis dato im Rahmen des ersten Projektes ‚Underground Sun Storage‘ erzielten Ergebnisse aus Laborversuchen sind vielversprechend.“

Das Projekt soll bis Ende 2020 abgeschlossen werden, wird vom Klima- und Energiefonds gefördert und gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben, der Universität für Bodenkultur Wien, der acib GmbH, dem Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz und der Axiom Angewandte Prozesstechnik GmbH realisiert. Die Kosten belaufen sich auf 8 Millionen Euro.

Underground Sun Conversion

Homepage Klima- und Energiefonds

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