Entscheidung - 18.05.2017
Im niederösterreichischen Landtag wird heute über ein Einbauverbot von Ölheizungen in Neubauten ab dem Jahr 2019 abgestimmt.

Niederösterreich wäre das erste Bundesland, das ein Ölheizungsverbot einführt. Foto: pixabay.com

„Wenn jemand ein Haus neu baut, hat ein Ölkessel darin nichts verloren. Ölkessel sind die größten Klimakiller, das können wir nicht brauchen“, wird LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf in einem Bericht von noe.orf.at zitiert. In etwa 100.000 Häuser und Wohnungen in Niederösterreich werde aktuell mit Öl geheizt, heißt es weiter.

Kritik an dem geplanten Verbot kommt von Seiten des Vereins IWO Österreich, Institut für Wärme und Öltechnik. In einem offenen Brief an die Landtagsabgeordneten in NÖ wird betont, dass durch ein entsprechendes Verbot „weder Energie noch Emissionen eingespart“ würden: „Es handelt sich um ein Verbot, das keine Vorteile bringt. Weder der Energieverbrauch noch die Klimabilanz werden damit in irgendeiner Form positiv beeinflusst.“ Der Eingriff in die Heizungswahl führe außerdem zu einer Beeinflussung des Wettbewerbs, da andere Energieträger dadurch bevorzugt würden.

Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, setzt laut noe.orf.at entgegen, dass das Land Niederösterreich mit dem geplanten Verbot die Mieter und Eigentümer von Gebäuden schütze. Öl sei nicht nur klimaschädlich, sondern auch teuer: „Wenn man sich ein typisches Einfamilienhaus, das mit Öl beheizt wird, ansieht, so hatten die Bewohner im heurigen Jahr alleine aus dem Preisanstieg beim Öl um 290 Euro höhere Heizkosten als im Vorjahr“, wird Greisberger zitiert.

Update: Der niederösterreichische Landtag hat das Verbot in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, laut noe.orf.at mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, der Liste Frank und eines fraktionslosen Abgeordneten.

Bericht noe.orf.at

IWO Institut für Wärme und Öltechnik

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