Klimasünder - 06.12.2017
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die CO2-Emissionen des österreichischen Straßenverkehrs im EU-Vergleich die dritthöchsten sind.

Diesel und Eurosuper kosten heute laut VCÖ um rund 35 Cent pro Liter weniger als vor fünf Jahren. Grafik: VCÖ

Mit 2.490 Kilogramm CO2 pro Kopf sind die Emissionen um rund 50 Prozent höher als im EU-Schnitt, informiert der Verkehrsclub Österreich VCÖ in einer Aussendung. Österreich weise beim Kfz-Verkehr nach Luxemburg und Slowenien pro Kopf die dritthöchsten CO2-Emissionen auf, im Vergleich zu Deutschland sind die Pro-Kopf-Emissionen des Kfz-Verkehrs um ein Drittel höher, ergab eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission. Im Schnitt verursacht der Kfz-Verkehr in der EU pro Kopf 1.670 Kilogramm klimaschädliches CO2.

Die vom Lkw-Verkehr verursachten CO2-Emissionen haben sich in Österreich seit dem Jahr 1990 von 4,2 auf 9,5 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt. „Österreich belohnt die Transit-Lkw mit billigem Diesel. Damit wird nicht nur die CO2-Bilanz verschlechtert, sondern auch zusätzlicher Lkw-Verkehr angezogen. Leidtragende sind die Anrainerinnen und Anrainer entlang der Transitrouten“, so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Die gesunkenen Spritpreise wirken sich auch auf den Inlandsverkehr aus, der massiv zugenommen habe, heißt es weiter. Die mit dem Pkw in Österreich gefahrenen Personenkilometer sind seit dem Jahr 1990 um 41 Prozent gestiegen, die Fahrzeugkilometer sogar um 66 Prozent. Der stärkere Anstieg der Fahrzeugkilometer sei auf den sinkenden Besetzungsgrad zurückzuführen: Während im Jahr 1990 in 100 Pkw im Schnitt 140 Personen unterwegs waren, seien es heute nur mehr 115.

Vor diesem Hintergrund brauche Österreich eine umfassende ökologische Steuerreform, betont der VCÖ. Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen sei außerdem ein verstärkter Ausbau des Öffentlichen Verkehrsnetzes erforderlich.

VCÖ 

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