STUDIE - 22.11.2017
Die österreichische E-Wirtschaft verändert sich, das bestätigte nun auch eine Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney: Erneuerbare Energien und Digitalisierung schaffen bis 2025 12.000 Jobs.

Dr. Florian Haslauer erläutert bei der Pressekonferenz am 22.11.2017, was die globalen Investitionen von 20 Billionen USD für die Energiewirtschaft in Österreich bedeuten. Foto: STARSANDPICTURES, curt themessl

Durch die Energiewende sollen in Österreich 12.000 neue Jobs entstehen und 2,7 Mrd. Euro an Wertschöpfung generiert werden. Die Studie „Wertschöpfung 4.0. in der österreichischen Energiewirtschaft“ bewertet die Entwicklung am Energiemarkt in Österreich positiv und empfiehlt Unternehmen in erneuerbare Energien zu investieren.

Potenzial am Strommarkt
Derzeit sind in Österreich rund 38.500 Menschen in der Energie-Wirtschaft beschäftigt, die Branche habe aber das Potenzial zehntausende weitere Personen zu beschäftigen. Was die Studie nun bestätigt, ist in der Branche längst bekannt. „Gerade im Bereich des Stromnetzausbaus könnte man zehntausende Arbeitsplätze schaffen, wenn entsprechend investiert würde“, meint Gerald Lippitsch vom BFI Wien, wo Arbeitssuchende vom AMS in zwei Jahren unter anderem zu Elektrotechnikern aus- und weitergebildet werden. Die Dezentralisierung und Digitalisierung der Strommärkte ist ein zentraler Punkt in der Studie von A.T. Kearney: „Die Digitalisierung führt einerseits zu Einsparpotenzialen in den Geschäftsprozessen und andererseits zu zusätzlichen Marktchancen durch neue Geschäftsmodelle“, heißt es von Florian Haslauer in der Presseaussendung der Managementberatung. Haslauer ist Managing Director bei A.T. Kearney Österreich und berät Elektrizitäts- und Gasunternehmen in Zentraleuropa.

Umbruch in der Branche
„Wir erleben gerade einen Umbruch. Die Industrieproduktion zieht an und auch im gewerblichen Bereich geht viel weiter. Das wird anhalten“, meint Lippitsch vom BFI. In der Ausbildungspraxis merke man bereits, wie stark sich die Ausbildungsinhalte wandeln. In diese Entwicklung fallen viele Bereiche, in der die Elektrotechnik maßgeblicher Treiber ist: Industrie 4.0, Automatisierungsprozesse, Smart Grid, Smart Home, Elektromobilität. Versorger, die auf diese Entwicklungen nicht rasch reagieren, drohen den Anschluss an das Geschäft von morgen zu verpassen, heißt es in der Aussendung von A.T. Kearney. Diese Prognose hört man zur Zeit allerorts, so auch Austria Solar-Geschäftsführer Roger Hackstock in seinem dritten Buch zur Energiewende: „Großunternehmen steht eine Zukunft als mittelständisches Unternehmen bevor, wenn sie nicht jetzt auf erneuerbare Energien setzen.“ Damit einher geht aber massiver Investitionsbedarf: Die EU müsse bis 2025 ca. 1,06 Billionen US-Dollar investieren, in Österreich bedarf es in diesem Zeitraum rund 20 Mrd. Euro, prognostiziert man bei A.T. Kearney.


A.T. Kearney Österreich

Buchbesprechung Roger Hackstock

BFI Wien

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