Power-to-Liquid - 27.07.2017
Im Rahmen des Projekts Soletair ist es gelungen, 200 Liter synthetischen Kraftstoff aus Solarenergie und dem Kohlenstoffdioxid der Luft über den Weg der Fischer-Tropsch-Synthese zu erzeugen.

Die kompakte Pilotanlage im Soletair Projekt ist für die dezentrale Produktion konzipiert, passt in einen Schiffcontainer und lässt sich modular erweitern. Foto: VTT

Die mobile, dezentral einsetzbare chemische Pilotanlage produziere aus regenerativem Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid Benzin, Diesel und Kerosin und ist so kompakt, dass sie in einen Schiffscontainer passe, informiert das Karlsruher Institut für Technologie KIT in einer Aussendung. In dem Projekt Soletair arbeitet seit 2016 eine Ausgründung des KIT mit finnischen Partnern zusammen.

Im heurigen Sommer wurde nun ein dezentraler Anlagenverbund, bestehend aus drei Komponenten, aufgebaut. Die vom Technischen Forschungszentrum Finnland (VTT) entwickelte „Direct Air Capture“-Einheit filtert das Kohlenstoffdioxid aus der Luft heraus. Eine an der Lappeenranta University of Technology (LUT) entwickelte Elektrolyseeinheit erzeugt mittels Sonnenstrom den notwendigen Wasserstoff. Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff werden dann bei hoher Temperatur in reaktives Synthesegas verwandelt und in einem mikrostrukturierten, chemischen Reaktor, der am KIT entwickelt und zu einer Marktreifen Kompaktanlage ausgebaut wurde, in flüssige Treibstoffe umgesetzt.

Weltweit werde so laut KIT erstmalig der komplette Prozess von Photovoltaik und Kohlenstoffdioxid aus der Luft bis zur Kraftstoffsynthese abgebildet und die technische Machbarkeit bewiesen. Die Pilotanlage habe eine Produktionskapazität von bis zu 80 Liter Benzin am Tag, in der nun abgeschlossenen ersten Betriebskampagne seien in mehreren Phasen rund 200 Liter Kraftstoff hergestellt worden, um verschiedene Fragestellungen rund um den optimalen Syntheseprozess, Wärmenutzungsmöglichkeiten und die Produkteigenschaften zu erforschen.

Die Power-to-Liquid-Pilotanlage steht auf dem Campus der LUT und ist an das dortige Solarkraftwerk angeschlossen. Das Projekt Soletair läuft noch bis Mitte 2018.

Karlsruher Institut für Technologie KIT

Website Soletair

Kommentare  

#3 Yasmin Dorfstetter 2017-07-27 19:22
Soweit ich das in Erinnerung habe, ist Shell bei Choren eingestiegen, bevor die Insolvenz kam. Das Verfahren ist tatsächlich nicht neu, schon in der DDR wurde damit gearbeitet, um Carbon-to-Liqui d also Sprit aus Kohle herzustellen. Und vielleicht ist der industrielle Maßstab das Problem (wie bei der Biogasanlage in Penkun). Solche Kontainer machen dezentral Sinn z.B. pro Gemeinde und nicht alle auf einem Fleck. Ich prognostiziere dieser Technologie jedenfalls bessere Marktchancen als dem Wasserstoff-Aut o. Auch als Speicher für Windkraftübersc hüsse, wie sie im Norden tatsächlich vorkommen. Viele Grüße aus Niederösterreic h
#2 energierebell 2017-07-27 18:57
tolle GESCHICHTE !!!
mit der selben eingesetzten Energie fährt man:
100 Km mit Power to Liqid oder
900 Km mit reinen Elektrofahrzeug en
mit Akkus
das erübrigt jede Frage der Effizienz und Wirtschaftlichkeit
die Forscher brauchen einfach einen Job,.. wie Kurt Belyus richtig schreibt, mit Choren hat man ähnliches versucht, dies musste zwangsweise in die Insolvenz führen,..bis heute ist die Frage nicht geklärt von wo man die riesigen Mengen an Biomasse bereitstellen wollte, die man bei Choren benötigt.
Alleine mit der eingestrahlten Energie der Sonne decken wir für immer den gesamten weltweiten Energiebedarf, dabei nutzen wir nur 0,0000..% der Sonnenenergie also was gibt es logischeres PV am Dach und ins E-Auto, mit dem Ertrag von einen m² PV fährt man 1000 Km mit dem E-Auto/Jahr und ist immer konkurrenzlos günstiger als alle anderen Systeme, noch dazu bei Gratisenergie für immer aus der PV vom Hausdach !! noch Fragen?
#1 Kurt Belyus 2017-07-27 16:04
Das Thema ist nicht neu. Das hat schon Choren Industries versucht und ist damit in eine große Insolvenz geschlittert. Das Problem war, dass die sehr guten Forschungsergeb nisse sich nicht in eine industrielle Dimension entwickeln ließ. Viele Grüße aus Wien, Kurt Belyus

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