Kaufkraft - 07.06.2017
Eine Transformation des Energiesystems bringt laut Österreichischer Energieagentur Chancen für die heimische Industrie: Ohne Nettoimporte von Erdöl und Erdölprodukten seien Überschüsse in Milliardenhöhe möglich.

Die Gegenüberstellung der Handelsbilanzen zeigt, dass Überschüsse möglich wären (Datenquellen: Zahlen Statistik Austria, Berechnung: Österreichische Energieagentur). Grafik: Österreichische Energieagentur

Im vergangenen Jahr mussten demnach in Österreich für die Einfuhr fossiler Energieträger nach Abzug von Exporten netto knapp 7 Milliarden Euro gezahlt werden. „Die große Menge an importierter fossiler Energie bedeutet einen enormen Kaufkraftabfluss für unser Land“, betont Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Der Import von Brennstoffen und Energie trage wesentlich zum Handelsbilanzdefizit bei.

„Wenn es gelingt, Erdöl mittelfristig durch nachhaltige heimische Energieträger zu ersetzen, würde das eine Trendwende in Richtung positive Handelsbilanz auslösen“, so Traupmann. Die Zahlen zeigten, dass Österreich ohne Nettoimporte von Erdöl und Erdölprodukten in den vergangenen zehn Jahren mit Ausnahme des Jahres 2011 im Außenhandel ausgeglichen bzw. teilweise sogar mit Überschüssen bilanzieren würde.

Erdgas werde Traupmann zufolge als Brückentechnologie noch länger Bedeutung haben, zumal auch dessen CO2-Bilanz deutlich besser ausfalle. Dennoch gelte es, fossile Energieträger langfristig durch heimische erneuerbare Energie zu ersetzen, wobei dem Einsatz neuer Technologien und Effizienzsteigerungen Schlüsselrollen zukommen würden. „Der Ausbau erneuerbarer Energie und Investitionen in Energieeffizienz steigern den Selbstversorgungsgrad. Damit fließt weniger Geld ins Ausland und gleichzeitig würde Wertschöpfung im Inland generiert werden.“

Die heimische Industrie könne direkter Nutznießer der Energiewende sein, positive Beschäftigungseffekte seien zu erwarten. Aber auch die Versorgungssicherheit werde durch Unabhängigkeit von fossilen Importen gestärkt, da die Herkunftsregionen sehr häufig politisch instabil sind. Darüber hinaus sei eine möglichst fossilfreie Energiezukunft auch im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens.

Österreichische Energieagentur

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