E-Rallye - 23.11.2017
Die österreichischen Teams schafften Platz eins und zwei bei einer Spezialfahrt für Elektro-Autos.



Das "Electric Ladies Team" des Bundesverbands nachhaltige Mobilität war bei einer E-Rallye in Marroko erfolgreich. Das Team mit Präsidentin Doris Holler-Bruckner, Karin Neckamm, Theres Thalhammer und Tamara Taufer legte die mehr als 8.000 km lange Strecke von Wien nach Marrakesch vollelektrisch in einem Tesla Model X zurück. Auch ein zweites österreichisches Team (YOUSOOM/Kurt Krautgartner in einem Hyundai IONIQ electric) nahm erfolgreich an dem Event teil. Neben dem sportlichen Aspekt stand dabei die Frage im Mittelpunkt, welche Anreize und Maßnahmen die Elektromobilität noch braucht, um eine noch stärkere Alternative zu Diesel und Benzinfahrzeugen zu werden.

Kundenfreundlichere Ladestationen
Bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Renato Eggner, Geschäftsführer von 
Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagementlobte Verbandspräsidentin Doris Holler-Bruckner die im internationalen Vergleich bereits gut ausgebaute heimische Ladeinfrastruktur. Die Reise quer durch Europa und Nordafrika zeigt für sie vor allem, wie E-Ladestationen vollends barrierefrei und möglichst benutzerfreundlich sein können. Holler-Bruckner sieht noch sehr viel Potenzial, Ladestationen kundenfreundlicher zu machen. ‘Vor allem Kleinigkeiten machen es aus: Es braucht etwa noch eine ausreichende Beschilderung der Ladestationen, beispielsweise entlang von Autobahnen, auch eine Überdachung von öffentlichen Ladestationen wäre sinnvoll, oder die Öffnung aller Ladestationen für Bankomat- und Kreditkarten und nicht fixiert auf Kundenkarten, sowie eine Abrechnung basierend auf Kilowattstunden’, meint die erfolgreiche Rallye-Pilotin.

Volkswirtschaftliche Bedeutung
Darüber hinaus betont sie auch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Elektromobilität für den Wirtschaftsstandort Österreich. ‘Wir haben eine Reihe von heimischen Unternehmen, die in der Entwicklung von Komponenten- und Subkomponenten für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur international äußerst erfolgreich sind und hier langfristig tausende Arbeitsplätze sichern. Die aktuelle Förderpolitik von Elektromobilität geht definitiv in die richtige Richtung, aber es gibt noch enorm viel Potenzial. Künftig wird es auch wichtig sein, eine zentrale, bundesweite Zuständigkeit für das Thema nachhaltige Mobilität zu definieren."

30 Prozent Elektrofahrzeuge
Der Bundesverband plant aktuell eine Unternehmenskooperation, der sich alle heimischen Unternehmen formlos anschließen können, die bis zum Jahr 2020 den Anteil von Elektrofahrzeugen in ihren Fuhrparks auf mindestens 30 Prozent anheben wollen. Diese heimischen Unternehmen sollen dann mit einem Gütesiegel ausgezeichnet werden. "Gerade im Verkehrsbereich hinken wir hinter den Klimazielen vollends nach, da gibt es im Unternehmensbereich noch viel Potential. Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang auch der gegenseitige Erfahrungsaustausch aus der Praxis. Unsere Türen stehen da für alle Interessierten offen!" so die Präsidentin des Bundesverbands.  
Österreich hat innerhalb der EU mit 1,4 Prozent den höchsten Anteil an Elektroautos bei den Neuzulassungen, was Renato Eggner bestätigt: Bereits rund 7 Prozent der von RLFPM gemanagten PKW und leichten Nutzfahrzeuge sind elektrisch unterwegs. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von über 1 Million Liter Treibstoff und rund 2.650 Tonnen CO2.

Bessere Förderungen gefordert

"Elektromobilität punktet aber, geladen mit dem Strommix in Österreich, nicht nur mit einer positiven Klimabilanz, sondern auch durch die deutlich niedrigeren Betriebskosten, die im Schnitt um ein Drittel unter jenem eines konventionellen Fahrzeugs liegen!" meint Renato Eggner. Trotzdem spricht er sich gegen etwaige Fahrverbote von konventionell betriebenen Fahrzeugen aus. "Wir sehen, dass positive Anreize, wie etwa Steuerbegünstigungen, der Ausbau öffentlicher Infrastruktur oder Kaufpreisförderungen, bereits sehr gut angenommen werden." Laut Eggner wäre ein zusätzlicher Impuls für nachhaltige Mobilität möglich, wenn die an Bundesförderungen geknüpfte Mindesthaltedauer von derzeit vier auf zwei Jahre gekürzt werden würde oder aber wenn leichte Nutzfahrzeuge gezielt gefördert werden würden, da diese aktuell gegenüber konventionellen Fahrzeugen kaum steuerliche Vorteile haben. Mit kürzerer Behaltedauer kämen gleichzeitig mehr gebrauchte E-Fahrzeuge auf den Markt, die es Privaten möglich machen, diese günstiger zu erwerben.

Vorbild Schweiz
Holler-Bruckner nennt als positives Beispiel die in der Schweiz von der Schwerlastabgabe befreiten Elektro-LKWs. Die Schwerlastabgabe ist ähnlich wie die bei uns für LKWs eingehobene Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen, wird aber auf allen Straßen der Schweiz eingehoben. Eine weitere Option wäre eine CO2-Steuer wie in Schweden, die das Fahren mit E-Fahrzeugen einfach generell günstiger macht. (Karin Neckamm/OEKONEWS)


Bundesverband nachhaltige Mobilität

Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

Kommentar schreiben