PV-Auto - 21.11.2017
Der Markteintritt des Sions, dem ersten Elektroauto mit integrierten Solarzellen, ist für Herbst 2019 geplant. Derzeit wartet das Unternehmen Sono Motors noch auf weitere Vorbestellungen.

Im Juli 2017 präsentierte das Tech-Start-Up Sono Motors das innovative Elektrofahrzeug Sion in München. Foto: Sono Motors.

Österreichs Autofahren legen pro Tag im Schnitt nicht mehr als 34 km mit ihrem Fahrzeug zurück, hat der VCÖ errechnet. In München entsteht derzeit ein Elektroauto, mit dem diese Strecke de facto kostenlos gefahren werden kann. Das neue Automobil Sion vom Hersteller Sono Motors verfügt über karosserieintegrierte Solarzellen, die pro Tag Strom für rund 30 km erzeugt.

Sonne statt Benzin
„61 % des Erdöls wird für unsere Mobilität verbrannt“, sagt Jona Christians, der das Unternehmen 2012 gemeinsam mit Laurin Hahn gründete. Diese Ressourcenverschwendung wollten die beiden beenden. Ihr Ziel war es, ein günstiges Elektroauto zu bauen, das Mobilität mit Solarenergie unabhängig von fossilen Brennstoffen möglich macht. Gemeinsam mit Navina Pernsteiner als dritte Partnerin wurde der Sion entwickelt: Ein Elektroauto, das 16.000 Euro kosten wird und über 250 km Reichweite verfügt. Die Solarzellen im Dach, in der Motorhaube und der Seitentüre wurden vom österreichischen PV-Spezialisten ertex solar auf die Bedürfnisse der E-Mobilität maßgefertigt und verlängern an sonnigen Tagen die Reichweite nochmal um jene 30 km.

Finanzierung mittels Crowdfunding
Die Entwicklung des ersten Prototypen, der heuer im Juli präsentiert werden konnte, wurde mit einer Crowdfunding-Kampagne finanziert. Mehr als 850.000 Euro konnte das Unternehmen von UnterstützerInnen auf der ganzen Welt lukrieren. Für den Produktionsstart, der kurz bevorsteht, bedient sich Sono Motors derzeit erneut an diesem alternativen Finanzierungsinstrument. Zwei Varianten stehen dabei zur Auswahl: InteressentInnen können entweder einen Anteil am Unternehmen erwerben oder ein festverzinsliches Nachrangdarlehen gewähren, das über die Laufzeit von drei Jahren eine Verzinsung von 5 bis 7 % garantiert. Zweieinhalb Millionen Euro will Sono Motors über diese Instrumente lukrieren. Die Resonanz ist groß: Alleine bei den Unternehmensanleihen wurden bereits 1,8 Mio. Euro eingesammelt.

Sion Tech 1 klein
Die Solarzellen werden im Dach, in der Motorhaube und in der Seitentüre verbaut. Foto: Sono Motors.

Teilen statt Parken
Der Sion, der im Herbst 2019 erstmals ausgeliefert werden soll, wird serienmäßig mit einer App ausgeliefert. Damit werden die BesitzerInnen ihr Auto standardisiert anderen zum Car-Sharing anbieten, mittels Ride-Sharing an einer Mitfahrbörse teilnehmen oder den Überschuss-Strom anderen mittels Power-Sharing verkaufen können – all das zu Preisen, die sie selbst bestimmen können. Auch an möglichst kostengünstige Instandhaltung dachten die jungen Autobauer. Das Werkstättenhandbuch wird von Sono Motors offengelegt werden, sodass alle Werkstätten und handwerklich talentierte Privatpersonen leicht zur Reparatur schreiten und die richtigen Ersatzteile möglichst kostengünstig nachbestellen können.

Vorbestellungsziel noch nicht erreicht
Das Auto selbst wird in Kooperation mit einem deutschen Autohersteller gefertigt werden, dessen Name noch geheim gehalten wird. Doch noch steht der Termin für den Produktionsstart nicht fest. Denn bevor Sono Motors die Montagestraße anwerfen kann, müssen mindestens 5.000 Stück des Sion vorbestellt sein. Derzeit fehlt noch knapp die Hälfte. Wer noch nicht überzeugt ist, kann den Prototyp auch probefahren. Er befindet sich derzeit auf Tour durch München und macht auch in anderen deutschen Städten sowie Nachbarländern Halt. Termin in Österreich ist derzeit keiner geplant.


Sono Motors

ertex solar

Kommentare  

#1 Peter Rathke 2017-12-01 22:34
Diese Angaben zum Fahrverhalten kann ich nicht nachvollziehen. Es mag sein es einige nur 34 Kilometer am Tag zurücklegen aber ein Auto wird nicht nur dafür gekauft. Da ist man auf dem absoluten Holzweg. Man kauft ein Auto um damit auch größere Strecken zurück zu legen z.b. Besuche von Freunden und Familie aber auch Ausflüge zum Wochenende oder in den Urlaub und sonstige Fahrten. Dazu ist eine akzeptable Reichweite von mindestens 300 km notwendig damit man in der darauffolgenden Pause das Auto mit einer Schnellladesäul e wieder zumindestens auf 80% aufladen kann, damit eine zügige Weiterfahrt nichts im Wege steht. Das sind die Wünsche und Vorstellungen der Autofahrer.

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