Elektroflotte - 10.11.2017
Der Hamburger Autovermieter Andreas Maske importiert Tausende Elektrotransporter aus China. Die deutsche Autoindustrie habe laut ihm verschlafen.



Vor drei Jahren ging der Inhaber und Geschäftsführer der Auto-Langzeitvermietung „Maske“ Andreas Maske auf die Suche nach batteriebetriebenen Transportern für sein KundInnen. In Deutschland wurde er allerdings nicht fündig. "Niemand konnte mir ein Angebot machen. Erste Modelle waren frühestens 2019 zu erwarten, so die Ansage“, erzählt der Hamburger mit Firmensitz im niedersächsischen Bockel dem Abendblatt. Die Situation erinnert an die der Deutschen Post, die mangels Angeboten einen eigenen Streetscooter entwickelte (wir berichteten).

Schließlich versuchte es Maske im Ausland und erhielt beim größten chinesischen Autobauer und VW-Kooperationspartner SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation) mit Sitz in Luxemburg, die Vertriebsrechte für einen E-Transporter für Deutschland und Österreich für drei Jahre. Noch diesen November werden 200 Stück des silbergrauen Lieferwagens „Maxus“ mit einer Reichweite von 200 km und einem Tempo bis 100 km/h nach Deutschland geliefert, für das nächste Jahr sind weitere 2.000 Fahrzeuge bestellt. Maske hat bereits zahlreiche Vorbestellungen von KundInnen.

Den Transporter haben Maskes Monteure auf seine Qualität geprüft und sind zufrieden. Lieber hätte das Unternehmen jedoch auf heimisches Know-how gesetzt. Maske: "Die deutsche Autoindustrie hat das Segment für Elektro-Lieferfahrzeuge für Geschäftsleute total verschlafen.“ Für den Geschäftsmann ist der Durchbruch der Elektromobilität auch in Deutschland nur eine Frage der Zeit. "Spätestens 2019 und 2020 wird sich vieles tun, wenn auch deutsche Anbieter mit E-Transportern an den Markt kommen. Dann sinken die Preise“, meint er.


Bericht Abendblatt

Maske

SAIC Motor

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