Elektro-Mobilität - 18.05.2017
Das österreichische Verkehrsministerium scheint zusehends auf Elektromobilität zu setzen. Jedenfalls fragt sich dessen Generalsekretär, ob nicht kurzfristig die Abkehr von den Verbrennungs-Technologien vollzogen werden sollte, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Elektrofahrzeuge brauchen noch Förderungen, sind aber schon bald den Verbrennern überlegen – so die Prognosen. Foto: Klimafonds / Ringhofer

Es war die Tonalität, die den Unterschied machte: Bei einer Veranstaltung im Haus der Industrie in Wien („Bayerisch-Österreichischer E-Mobility Dialog“) sprachen alle von einer spannenden Zukunftstechnologie. Doch wolle man nicht die Dieselmotoren schlechtmachen oder der Verbrennungstechnologie das Totenglöckchen läuten. So zitierte der bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer den Spruch, wonach die Steinzeit nicht an zu wenig Steinen zugrunde ging, genauso wie das Ölzeitalter nicht an zu wenig Öl, also werde auch die Epoche des Erdöls zur Neige gehen, doch allzu eilig hat auch er es nicht mit dem Umstieg. Zu wichtig seien ihm deutsche Verbrennungs-Industrien und deren Arbeitsplätze.

Auch Peter Koren, Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung, wollte „die Verbrennungsmotoren nicht verteufeln“. Nur Herbert Kasser, der Generalsekretär des Österreichischen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie, stieß eine andere Note an: „Ich frage mich, ob wir wirklich in Europa die old economy möglichst lange schützen sollen“. Da es völlig außer Frage stünde, dass die Elektromobilität die kommende Technologie sei, wäre es möglicherweise klüger, gleich massiv in diese Zukunftsindustrien zu investieren, um nicht den Zug zu verpassen, der die zukünftigen Arbeitsplätze bringt.
Zum Beispiel durch Förderung der Infrastruktur – was das BMVIT auch macht.

In Österreich, so Kasser gibt es derzeit 2.417 Normalladepunkte und 355 Schnelllademöglichkeiten.

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