Interview - 23.03.2017
Der März ist SMART. Von Smart Living, über Smart Home bis hin zu Smart Driving – im Popup Showroom von Wüsterstrom werden die Themen der Zukunft diskutiert. Eine wesentliche Frage ist auch jene nach der Zukunft des „Auto“-Mobiles.

Ladestationen und eine flächendeckende Infrastruktur sind mitunter ausschlaggebend um die breite Masse zum Umstieg zu bewegen. © Smatrics, Portrait: © Smatrics / Foto Wilke

2017 SMATRICS GF Fischer PortraitAm vierten Vortragstag des Wüsterstrom Popup Showrooms sprachen DI Gerald Böhm (ZKW Gruppe) und Dr. Michael-Viktor Fischer (smatrics) über den Kosten-Nutzen-Vergleich, den aktuellen Stand der Technik und mögliche Zukunftsszenarien. Wir fragten bei Dr. Michael-Viktor Fischer, Geschäftsführer von smatrics, nach, was sich konkret im Bereich der Ladestationen tut:

Die Ladestationen sind in Österreich noch überschaubar - Pläne zum Ausbau des Ladenetzes gibt es bereits. Doch der Platz in den Städten ist begrenzt. Wie kann man damit umgehen?
Ladestationen sind auch im urbanen Gebiet problemlos möglich - sofern das politisch und stadtplanerisch auch gewünscht ist. Viele europäische Metropolen bieten hier bereits ein dichtes Netz (vor allem im skandinavischen Raum), Wien hinkt hier leider nach, weil die Stadtverwaltung bisher keine Ladestationen im öffentlichen Raum bewilligt hat. Smatrics weicht deshalb auf Privatgrund aus und hat mit Standortpartnern wie z.B. Rewe, McDonalds oder OMV bereits viele Lademöglichkeiten erschlossen. Die Zukunft könnte vor allem im urbanen Raum in Richtung induktives Laden gehen d.h. es gibt keine herkömmlichen Ladestationen mehr, sondern die Autos werden automatisch geladen, wenn sie abgestellt werden.

Wie schaut es mit dem Eigenheim als Tankstelle aus?
Laden zu Hause ist in den meisten Fällen die bevorzugte Ladeoption. Hier geht der Weg eindeutig in Richtung intelligentes Laden - d.h. Strom aus Photovoltaik wird mit Netzstrom kombiniert, es wird tagsüber gespeichert und nachts geladen oder - wenn es das Mobilitätsprofil zulässt, dient das E-Auto als Stromspeicher in einem „Smart-Grid”.

Und was ist mit der Straße als Ladestation? Erste Versuche gibt es bereits in Frankreich. Was dürfen wir uns in Zukunft in Österreich diesbezüglich erwarten?
Induktives Laden ist sicher eine der Zukunftsvisionen - und das schon in naher Zukunft. Eine solche Technologie setzt allerdings Weitsicht in der Bauordnung und bei der Infrastrukturentwicklung voraus, da dies ja auch baulich einige Maßnahmen erfordert.

E-Mobilität und E-Tankstellen als Einnahmequelle - welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es, wenn Tourismusregionen, Hoteliers und Gastronomen ihren Gästen Strom zum Auftanken anbieten? Wie schaut die Abrechnung aus?
Smatrics ist hier schon sehr weit in der Entwicklung von sogenannten „managed infrastructur”-Angeboten. Dabei kann z.B. ein Hotelier den gesamten Aufbau und Betrieb einer Ladestation beim Hotel an Smatrics auslagern. Wir kümmern uns um Bau, Freischaltung, Authentifizierung und genaue Abrechnung. Dieser Bereich ist auch im betrieblichen Umfeld absolut wichtig, etwa, wenn Firmenautos zuhause geladen werden sollen oder private E-Autos am Firmenstandort - hier können wir schon heute absolute Kostenwahrheit und faire Abrechnungsmöglichkeiten anbieten.

Der Anteil an E-Autos ist immer noch sehr gering. Wie schafft man es Ihrer Meinung nach die breite Masse zum Umstieg zu bewegen?
Das Erfolgsrezept ist eine gute Mischung aus einem breiten Spektrum an E-Autos in allen Preisregionen mit ansprechender Reichweite und einem dichten Netz an Ladeinfrastruktur. Zusätzlich wirken die Förder-Initiativen der Bundesregierung als Turbo für die E-Mobilität.

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