Nachhaltig - 14.11.2017
Als nachhaltiges Leuchtturmprojekt erhielt die Wiener Ersatzschule Torricelligasse 50, die in einer modularen Holz-Stahl-Fertigbauweise errichtet wurde, den Green & Blue Building Award.

Die modulare Holz-Stahl-Konstruktion kann bis zu fünf Mal ab- und wieder aufgebaut werden. Foto: © Romana Fürnkranz

Der Green and Blue Building Award würdigt Immobilienprojekte, bei denen einerseits die Nachhaltigkeit einen besonderen Stellenwert einnimmt und die andererseits dazu beitragen, dass sich neue Technologien beweisen können. Heuer wurde er bereits zum achten Mal im Rahmen der Green and Blue Building Conference in Wien von der Ghezzo GmbH in Kooperation mit Drees & Sommer Österreich vergeben.

Das in einer kurzen Bauzeit von nur sieben Monaten errichtete Ausweichquartier der NMS Kinkplatz, geplant von den Architekten Maurer & Partner sowie Raumkunst, überzeugte in der Kategorie „Immobilienprojekte“. Aufgeteilt auf drei miteinander verbundene Bauteile bietet das Gebäude aus Holz und Stahl eine Bruttogeschoßfläche von rund 6.000 m² - ein Aufzug sorgt dabei für den barrierefreien Zugang aller Räumlichkeiten. Insgesamt verfügt die Ausweichschule über 21 Klassenzimmer, 13 Gruppenräume, Sonderunterrichtsräume, eine Bibliothek, eine Lehrküche mit Speiseraum, einen Speisesaal, einen teilbaren Turnsaal, zwei Gymnastikräume sowie sämtliche erforderliche Neben- und Sanitärräume.

Ausgeführt ist der Neubau in einer wiederverwendbaren Holz-Stahl-Fertigbauweise, sodass er nach Ablauf der Nutzungsdauer an einem Standort bis zu fünf Mal in den kommenden 25 Jahren demontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Das Bauwerk erfüllt dabei den Stand der Technik für ein klassisches, also nicht temporäres, Gebäude. Die Raumzellen sind in einem strengen, gleichmäßigen Raster vorgefertigt, was eine hohe Flexibilität bei der Wiederverwendung garantiert.

Das für die Raumzellen und für die Fassade verwendete Holz stammt aus einer ökologisch und sozial betriebenen Waldbewirtschaftung. Die vollflächige Lärchenholzfassade kann, so wie die Raumzellen, demontiert und wiederverwendet werden. Außenraffstores dienen als Sonnenschutz und tragen zu einem besonders angenehmen Raumklima bei. Während der Sanierung der Schule Kinkplatz wird der Bau für rund fünf Jahre im Einsatz sein.

Die „mobile Immobilie“ wurde von der WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH im Auftrag der Stadt Wien entwickelt und realisiert. „Die Stadt Wien und die Wien Holding leben Nachhaltigkeit, sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Dieses ‚mobile’ Gebäude wird in den kommenden 25 Jahren mehrfach und flexibel für Schülerinnen und Schüler im Einsatz sein – und damit auch als Ersatzquartier immer für einen reibungslosen Schulbetrieb sorgen“, sagt Finanzstadträtin Renate Brauner.

Webseite Green & Blue Building Conference

Webseite Architekten Maurer und Partner

Webseite Raumkunst

Webseite WIP

Kommentare  

#1 Ulrich Meuel 2017-11-22 12:45
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit viele Interesse habe ich über Ihr Projekt gelesen. Wir haben in Berlin im Moment die Situation, dass der Schulraummangel u.a. dazu führt, dass ca.70 mobile Ersatzbauten geplant und z.T. schon aufgestellt sind. Dies Bauten sind Standardware, auf 50 Jahre angelegt und verhindern die konkrete Lösung von Raumproblemen auf der Basis konkreter Bedingungen. Ich habe mir Ihren Bau in Wien von außen angesehen (rein durfte ich nicht) und würde gerne nähere Infos von Ihnen erhalten. Bei der vorübergehenden Beschaffung von Ersatzschulraum werden z.Zt. in Berlin Baucontainer aufgestellt. Da scheint mir Ihre Lösung zukunftsfähiger .
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Meuel

ulrichmeuel@alice-dsl.de

Kommentar schreiben