Staatspreis - 05.10.2017
Das Warten hat sich gelohnt: Am Mittwochabend wurde der österreichische Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit in Innsbruck verliehen.



Nominiert waren elf Projekte, eingereicht wurden insgesamt 76. Nun dürfen sich fünf davon freuen: Sie erhalten das höchste Gütesiegel Österreichs für herausragendes, klimafreundliches Bauen. Der Staatspreis wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) im Rahmen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv vergeben und soll Bauschaffende zu nachhaltigen Umsetzungen ermutigen.

Wir gratulieren den frischgebackenen PreisträgerInnen 2017 zu ihren nachhaltigen Bauprojekten!


oh456, Salzburg
Alles oder nichts

001 KULTURKRAFTWERK by c BMLFU Kurt Hoerbst klein

Am Anfang war nur ein neues Bürogebäude für den Architekten geplant, dann wurde es ein Kleinwasserkraftwerk, ein Plusenergie-Bürogebäude mit zwei Wohnungen und ein regionales Kulturzentrum. Das Ensemble aus Energiegewinnung und Arbeitsort bekam den Namen oh456 und wurde aus einer Mischung aus altbewährten Baumethoden und Materialien sowie modernen, teils eigens entwickelten Techniken errichtet. Durch das eigene Wasserkraftwerk (Heizung, Warmwasser, E-Autos) und die PV-Anlage ist das Haus energieautark.


neunerhaus, Wien
Soziales Passivkonzept

004 NEUNERHAUS WIEN c BMLFU Kurt Hoerbst klein

Der Verein neunerhaus bietet obdachlosen Menschen ein sicheres Dach über dem Kopf. Mit dem Neubau mit 73 Wohnungen im dritten Wiener Gemeindebezirk wurde weiterer Wohnplatz geschaffen – und dieser in Passivhausqualität. Beim Bau des Stahlbetongebäudes mit Wärmedämmverbundsystem wurde komplett auf PVC verzichtet. Alle Wohnungen verfügen zudem über eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.


Montforthaus, Vorarlberg
Ein Haus spielt alle Stücke

001 MONTFORTHAUS by c BMLFU Kurt Hoerbst kleinINNEN

In Feldkirch in Vorarlberg entstand 2015 ein Alleskönner: das Montforthaus. Das multifunktionale Kultur- und Kongresszentrum mit Natursteinfassade lässt sich innen mithilfe von mobile Podesten und Trennwänden an alle nötigen Veranstaltungen und Anforderungen anpassen. Und auch in Sachen Klimaschutz ist der Stahlbetonbau ein Vorzeigeprojekt: Ein umfassendes Produkt- und Cheikalienmanagement, konsequente Abwärmenutzung und ein doppelt so hohes Wärmeschutzniveau wie gesetzlich vorgesehen, sind nur einige der Features.


Gemeindehaus, Vorarlberg
Bewährt und neu interpretiert

017 GA ZWISCHENWASSER by c BMLFU Kurt Hoerbst klein

Die Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser ist für ihre Baukultur bekannt. Dass dieser Ruf gerechtfertigt ist, bewies sie erneut mit der Sanierung des Gemeindehauses. Das robuste Gebäude aus den 1930er Jahren wurde barrierefrei zugänglich gemacht, mit Weißtannenmöbel, -verkleidungen und -böden veredelt und mit großen Fenstern versehen. Die Energie kommt vom gemeindeeigenen Biomasseheizkraftwerk und von der PV-Anlage vom Nebenhaus. Eine Innendämmung aus Calziumsilikatplatten mit Lehmputz sorgt zudem für eine Reduktion des Heizenergiebedarfs.


Volksschule, Vorarlberg
Schlau werden mit Konzept

007 VS EDLACH by c BMLFU Kurt Hoerbst klein

Neue Unterrichtsmethoden brauchen neue Räume – so geschah es zumindest in Dornbirn. Die Volksschule Edlach, die seit den 70ern in einem provisorischen Bau untergebracht war, bekam ein neues Gebäude mit Farb-, Orientierungs- und Signalkonzept – und eine neu sanierte Turnhalle. Eine mechanisch kontrollierte Be- und Entlüftung, der Niedrigstenergiestandard, der Einsatz ökologischer Baumaterialien sowie die PV-Anlage am Dach zeigen vor, was ein Kommunalbau zum Klimaschutz beitragen kann.


Fotos: BMLFU / Kurt Hoerbst

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