Unabhängig - 29.11.2016
Das Unternehmen Holzbau Saurer hat in der Tiroler Gemeinde Außerfern ein zu hundert Prozent energieautarkes Gewerbeobjekt errichtet.

Holzbau Saurer hat versucht, im Gebäude Beste aus verschiedenen Philosophien wie Niedrigenergiehaus, Passivhaus, Energie Plus Haus oder Sonnenhaus zu vereinen. Foto: Foto Müller

770 m² Nutzfläche hat das „Aromacampus“ genannte Gebäude, das die vom Hauptmieter Aromapflege GmbH benötigte Energie komplett selbst erzeugt. Die Energieautarkie fußt dabei auf den drei Säulen Verbrauchminimierung, Energieerzeugung und Energiespeicher.

Verbrauchseinsparungen werden einerseits bei der Wärmeenergie vor allem durch den Niedrigstenergiestandart der Gebäudehülle erreicht, die aus hochwärmegedämmten Außenwänden und Dachelementen in Verbindung mit effizienten Verglasungen besteht. Andererseits wird bei der elektrischen Energie durch die ausschließliche Verwendung von Beleuchtungskörpern mit LED Technologie eingespart. Ein KNX Gebäudeleitsystem ist zusätzlich in der Lage, den Energieverbrauch an die Benutzergewohnheiten anzupassen.

Primärenergieerzeuger ist die Sonne. Etwa 65 % der benötigten Energie sind thermisch: Wärme wird mit einer 140 m² großen thermischen Solaranlage, die bis zu 100 KW liefert, produziert Elektrische Energie erzeugt Saurer Holzbau mit einer 24 Kwp-Photovoltaikanlage, die Restmenge mit einem Rapsölgenerator, der 22 KW liefern kann.

Gespeichert wird die Wärmeenergie in einem 25.000 Liter großen Pufferspeicher, der über zwei Geschosse reicht und zwei bis drei Wochen ohne Sonne überbrücken kann. Elektrische Energie wiederum wird in vier Lithium-Ionen Batterien mit insgesamt 40 KWh Leistung gespeichert. Hier handelt es sich um einen Tagesspeicher, bei fehlender Sonne startet der Rapsölgenerator.

In weiterer Sicht wird auch die Energie für Mobilität im eigenen Haus abgedeckt, dies wird vor allem interessant wenn sich mehrere Wohnungen oder Betriebseinheiten zu einer gemeinsamen Nutzung von Speichereinheiten zusammen finden, auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Energieversorgen.

Die Planung des energieautarken Gebäudes wurde wissenschaftlich von Professor Timo Leukefeld begleitet, der unter anderem als Energieberater der Deutschen Bundesregierung tätig ist. Die Einzigartigkeit des Gebäudes bestehe in der „low-tech“-Konizierung der Ausstattung, informiert „wirtschaft.tirol“ online über das Projekt. Die Mehrkosten beliefen sich gegenüber einer herkömmlichen Installation auf lediglich fünf Prozent – Tendenz fallend.

Holzbau Saurer

Bericht „wirtschaft.tirol“

Kommentare  

#1 Amalia B 2017-08-25 11:23
Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Ich finde es großartig, dass diese Philosophie endlich im Gewerbebau Fuß fasst. Ich hoffe, dass sich daraus noch viel mehr entwickelt, ja vielleicht sogar ein Trend entsteht.

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